In ihrem Bemühen, WikiLeaks-Sprecher Julian Assange anzuklagen, verfolgen die US-Behörden nun angeblich eine neue Strategie: über den mutmaßlichen Whistleblower Bradley Manning wollen sie an Assange herankommen. Manning soll eine mildere Strafe angeboten werden, wenn er zugibt, mit Assange “konspiriert” zu haben.
Manning wird verdächtigt, im Rahmen seiner Tätigkeit als Armee-Analyst zahlreiche geheime Dokumente kopiert und an WikiLeaks weitergegeben zu haben. Deswegen sitzt er seit rund sieben Monaten in Untersuchungshaft – unter angeblich extrem belastenden und grausamen Bedingungen. Laut einem Militärsprecher könnten ihm im Falle einer Verurteilung bis zu 52 Jahren Haft drohen. Manning werden unter anderem mehrere IT-Straftaten, aber auch ein Verstoß gegen den Espionage Act zur Last gelegt.
Bereits seit einer Weile erwägen die US-Autoritäten, Assange der Verschwörung (“conspiracy”) anzuklagen. Dazu müsste allerdings bewiesen werden, dass Assange Kontakt zu Manning hatte – und ihn womöglich beriet oder ermutigte -, während dieser die Dokumente weitergab. WikiLeaks ist vom Prinzip her auf anonyme Einreichung der Dokumente ausgelegt. Manning soll allerdings – so im Internet veröffentlichte Chatlogs, deren Authentizität allerdings nicht zweifelsfrei bewiesen ist – behauptet haben, während seiner Whistleblowing-Aktionen mit Assange über den Instant Messenger Jabber gechattet zu haben. Adrian Lamo, dem sich Manning nach seinen Taten anvertraute und der anschließend die Behörden infomierte, behauptete sogar, Assange habe Manning einen eigenen Upload-Server für seine Dokumente zur Verfügung gestellt.
Die US-Behörden sind offenbar der Ansicht, dass es für eine erfolgreiche Auslieferung und Anklage von Julian Assange äußerst wichtig wäre, Manning zur Kooperation zu bewegen. Es sei denkbar, dass er zu diesem Zweck demnächst vom Militärgefängnis in eine zivile Haftanstalt verlegt werde. Bislang, so Mannings Unterstützer, habe der 22-Jährige nicht mit den Behörden kooperiert.
Assange bestreitet derweil, jemals Kontakt zu Manning gehabt zu haben. In einem Interview am Morgen des heutigen Freitag sagte er, er habe den mutmaßlichen Informanten niemals getroffen oder mit ihm gesprochen. “Ich habe noch nicht einmal den Namen Bradley Manning gehört, bevor er in der Presse genannt wurde,” sagte Assange gegenüber dem TV-Sender ABC. WikiLeaks sei so konstruiert, dass die Identitäten der Informanten unbekannt blieben. So solle die Anonymität der Whistleblower geschützt werden.
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WikiLeaks: Manning soll gegen Assange aussagen – Anonyme Domains … | My Wikileaks Game, Browsergame, Rollenspiel
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