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Internet-Tauschbörse: Kim Dotcom auf Kaution aus U-Haft entlassen

22 Feb

Kim Dotcom auf Kaution aus U-Haft entlassen

Gründer von Megaupload kann nun zuhause auf die Entscheidung über eine Auslieferung an die USA warten. Internet darf er nicht nutzen.

Auf Kaution freigekommen: Megaupload-Gründer Kim Dotcom
Foto: dpa/DPA

Wellington.
Kim Dotcom wurde vor gut einem Monat festgenommen und ist vorerst wieder auf
freiem Fuß. Gegen Kaution kam er aus der Untersuchungshaft frei. Bei der
Anhörung vor einem Gericht in Auckland hatte der Richter am Mittwoch keine
besondere Fluchtgefahr erkennen können. Über eine Auslieferung in die USA,
wo ihm massive Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen werden, will das
Gericht erst im August beraten.

„Es macht den Anschein, als habe er allen Grund hierzubleiben, mit seiner
Familie zusammen zu sein und darum zu kämpfen, sein erhebliches Vermögen zu
behalten“, sagte Richter Nevin Dawson am Mittwoch zu einer Fluchtgefahr des
Deutschen. Zu den gegen Dotcom verhängten Auflagen gehört, dass er bis auf
weiteres weder das Internet noch Hubschrauber benutz darf und sich nicht
unangemeldet mehr als 80 Kilometer (50 Meilen) von seinem Anwesen nördlich
von Auckland entfernen kann. Zunächst hatte anderer Richter eine Freilassung
auf Kaution abgelehnt, da Fluchtgefahr bestehe.

+++Megaupload
Betreiber: Neuer Ärger für Kim Dotcom+++

+++Kim
Schmitz verbarrikadierte sich vor der Festnahme+++

„Ich bin einfach nur erleichtert, dass ich nach Hause gehen kann zu meinen
drei Kindern und meiner schwangeren Frau“, sagte Dotcom nach seiner
Freilassung in die Fernsehkameras. Mehr könne er im Moment nicht sagen. „Ich
will einfach nur nach Hause“, wiederholte er. Die Summe der Kaution blieb
unbekannt. Unklar ist auch, wer die Kaution hinterlegt hat oder ob sie aus
dem beschlagnahmten Vermögen von Dotcom gestellt wird.

Kim Dotcom wurde 1974 als Kim Schmitz in Kiel geboren. Er besitzt neben der
deutschen auch die finnische Staatsbürgerschaft. In der deutschen
Hacker-Szene war Schmitz in den neunziger Jahren eine äußerst umstrittene
Figur. Ihm wurde vorgehalten, selbst über keine besonderen technischen
Fähigkeiten zu verfügen, sich mit Taten von anderen Hackern zu brüsten und
allein auf den eigenen Vorteil bedacht gewesen zu sein. Als
Internet-Unternehmer in der Dotcom-Ära wurde Schmitz im Mai 2002 vom
Amtsgericht München zu einer Bewährungsstrafe wegen Insiderhandels
verurteilt. Danach zog er nach Hongkong und im Jahr 2010 unter seinem neuen
Namen nach Neuseeland.

Im aktuellen Verfahren in Neuseeland soll vom 20 August an am gleichen
Gericht, aber vor einem anderen Richter über eine Auslieferung in die USA
verhandelt werden. Die Anhörung werde voraussichtlich drei Wochen dauern.
Drei Mitarbeiter des 38-Jährigen waren schon zuvor gegen Kaution aus der
Untersuchungshaft freigekommen, darunter zwei weitere Deutsche. Die vier
waren am 20. Januar auf Antrag der US-Behörden von der neuseeländischen
Polizei wegen Internet-Piraterie festgenommen worden.

Die USA fordern eine Auslieferung der Megaupload-Verantwortlichen. Sie werfen
ihnen vor, die inzwischen dichtgemachte Plattform zu einem der größten
Umschlagplätze für illegale Kopien von Filmen und Musik gemacht zu haben.
Den Rechteinhabern sei so ein Schaden von mehr als 500 Millionen Dollar
entstanden. Erst am Wochenende legten die US-Behörden mit weiteren Vorwürfen
nach. Die Beschuldigten weisen die Anschuldigungen zurück.

Megaupload war eine Online-Speicherplattform für alle Arten von Dateien. Wer
zum Beispiel eine Video hochlud, bekam einen Link, mit dem es abrufbar war.
Dieser Mechanismus wurde vielfach für die Verbreitung illegaler Kopien neuer
Kinofilme oder Musikalben genutzt. Dotcom und seine Manager behaupten,
ähnlich der Google-Videodienst YouTube die üblichen Maßnahmen gegen
Missbrauch und Online-Piraterie ergriffen zu haben. Die US-Ermittler werfen
den Megaupload-Betreibern hingegen vor, die Praxis nicht nur toleriert,
sondern auch begünstigt und davon profitiert zu haben. Sie schätzen in der
Anklage den illegalen Verdienst von Megaupload auf 175 Millionen Dollar,
Dotcom soll mit 42 Millionen am meisten profitiert haben.

Dotcom wird es auf seinem Luxus-Anwesen in den kommenden Monaten weniger
bequem haben als gewohnt: Die neuseeländischen Behörden hatten nach der
Festnahme in großem Stil sein Vermögen beschlagnahmt, darunter den Fuhrpark
mit vielen Mercedes-Wagen.

(dpa)

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