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Gegen Megaupload wurde Prism eingesetzt

11 Nov

Laut neuseeländischen Polizeiunterlagen wurde gegen die Betreiber von Megaupload mit Prism ermittelt. E-Mails wurden so überwacht und nach Suchbegriffen (Selectors) durchsucht.

Polizeidokumente über die Durchsuchung der Villa von Kim Dotcom belegen, dass die neuseeländische Polizei bei dem Vorgehen gegen Megaupload offenbar Zugang zu Prism-Daten hatte. Das berichten Keith Ng, der die Informationen in seinem Blog On Point online gestellt hat, und das australische Magazin ITNews.

Das Unified Targeting Tool (UTT) wird auf verschiedenen Folien zum Prism-Programm erwähnt und steht am Beginn eines Rechercheprozesses. In die Software muss der NSA-Mitarbeiter die Suchbegriffe (Selectors) eingeben. Nachdem das FBI die Rechtmäßigkeit der Abfrage geprüft und bestätigt hat, leitet UTT sie an das Tool Printaura weiter, das den Workflow der Abfrage steuert. In dem neuseeländischen Material ist auch von Selectors die Rede, mit dem die E-Mails des Megaupload Gründers Dotcom, seiner Frau Mona, und der Mitbegründer Bram van der Kolk und Sven Echternach durchsucht wurden. Auch die Bezeichnungen von E-Mail-Proxy-Servern, die die Überwachten genutzt hatten, finden sich in den Dokumenten.

Die Überwachungsdaten erhielt die OFCANZ (Organised and Financial Crime Agency of New Zealand) von dem neuseeländischen Geheimdienst GCSB (Government Communications Security Bureau).

Dotcom und vier seiner Mitarbeiter wurden im Januar 2012 verhaftet und warten auf ein Auslieferungsverfahren. Dotcoms Villa wurde durchsucht, Rechner und Speicher beschlagnahmt und die Plattform Megaupload offline genommen. Dotcom ist auf Kaution frei, sein Vermögen wurde eingefroren und anschließend teilweise wieder freigegeben. Dem 40-Jährigen droht eine Strafe von maximal 20 Jahren wegen krimineller Geschäfte und Geldwäsche.

Ein neuseeländisches Gericht hat am 6. Dezember 2012 entschieden, dass Dotcom den GCSB und die Polizei auf Schadensersatz verklagen darf. Der GCSB musste Dotcom auch die Überwachungsprotokolle, die über ihn angefertigt wurden, aushändigen. Dies war illegal, denn der Geheimdienst darf keine neuseeländischen Bürger oder Menschen, die ihren Wohnsitz in dem Inselstaat im südlichen Pazifik haben, ausspionieren. Auch muss der GCSB seine Beteiligung an der Durchsuchung der Villa von Dotcom offenlegen.

 
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