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Archive for the ‘Internet’ Category

Internet-Versandhandel: Neckermann.de streicht jede zweite Stelle

27 Apr

Neckermann, Entlassungen, Massenentlassungen, 2500 Mitarbeiter

Zentrale von Neckermann.de in Frankfurt/Main: 1400 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs© Frank May/DPA

Der Versandhändler Neckermann.de will nach Gewerkschaftsangaben mehr als jede zweite Stelle streichen. Von insgesamt 2500 Jobs sollen knapp 1400 entfallen, davon der größte Teil am Stammsitz in Frankfurt am Main, sagte Verdi-Handelssekretär Wolfgang Thurner, der auch Mitglied im Neckermann-Aufsichtsrat ist, am Freitag. Das Logistikzentrum in Frankfurt solle dichtgemacht werden.

Nach Angaben von Thurner will das Unternehmen in der kommenden Woche Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufnehmen. Verdi fordert, dass der Stellenabbau sozial abgefedert wird. Zuvor hatte die “Bild”-Zeitung berichtet, der Konzern wolle seine Mitarbeiter im Laufe dieses Freitags über bevorstehende Entlassungen informieren.

Verdi verurteilte den geplanten Arbeitsplatzabbau als “soziale Katastrophe”. Besonders hart würden die Beschäftigten des Logistik-Bereichs getroffen, in dem die Geschäftsführung sämtliche 870 Arbeitsplätze streichen wolle, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Freitag in Berlin. “Dieser Kahlschlag ist eine soziale Katastrophe.” Die Beschäftigten seien “kalt erwischt” worden und “geschockt”.

Abkehr vom Kataloggeschäft ohne Effekt

“Was jetzt auf dem Tisch liegt, ist ein harter Schlag und in der Dimension völlig unerwartet”, kritisierte Nutzenberger. In den vergangenen Monaten sei zwar über die Probleme vor allem im Bereich Textil gesprochen worden, allerdings sei gleichzeitig eine Perspektive für das Gesamtunternehmen eröffnet worden. Dafür seien sogar Konzepte vorgestellt und personelle Änderungen auf der Führungsebene vorgenommen worden.

Das Unternehmen war im vergangenen Jahr Berichten zufolge zurück in die Verlustzone gerutscht – nach einer schwarzen Null vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen im Jahr zuvor. Grund war das schwächelnde Kataloggeschäft. Der Versandhändler hatte daher angekündigt, den Online-Handel zu verstärken und das Kataloggeschäft schrittweise zu schrumpfen.

Neckermann gehörte einst zu dem Handels- und Touristikkonzern Arcandor. Nach der Arcandor-Pleite wurde das Unternehmen komplett vom US-Investor Sun Capital übernommen.

 
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Google Drive – Internet-Gigant startet Online-Speicherdienst

25 Apr

Google arbeitet an seiner Vision: Computernutzer sollen ihr digitales Leben komplett im Netz verbringen können. Ein zentraler Bestandteil ist der Speicherdienst Google Drive, den das Unternehmen jetzt eröffnet hat.

Google heizt den Wettbewerb unter den Speicherdiensten an: Der Internet-Riese hat am Dienstag sein lange erwartetes Online-Laufwerk Google Drive eröffnet. Privatnutzer und Unternehmen können darauf bis zu fünf Gigabyte Daten kostenlos ablegen, für eine größere Kapazität wird eine Monatsgebühr fällig. Google Drive ist mit anderen Anwendungen des Internet-Riesen eng verzahnt, etwa der Büro-Software Docs und dem Sozialen Netzwerk Google+.

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Google Drive kommt: Der US-Internetkonzern bietet kostenlos bis zu fünf Gigabyte in seinem Online-Speicher an.
(© AP)

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Das virtuelle Laufwerk sei ein zentraler Bestandteil der Online-Dienste von Google, sagte Manager Sundar Pichai. Allerdings trifft das Unternehmen auf viele Konkurrenten, die derzeit ihre Dienste mit neuen Funktionen aufrüsten. Mit dem Google Drive habe man die eigenen Informationen immer zur Hand, sagte Pichai der Nachrichtenagentur dpa.

Das Online-Laufwerk funktioniere unabhängig davon, welches Gerät oder welche Anwendung man verwende, sagte der Manager, der bei Google die Entwicklung des Browsers Chrome und des Betriebssystems Chrome OS leitet. Im Browser ist das Laufwerk über die Adresse drive.google.com erreichbar.

Für Windows- und Mac-Rechner bietet Google lokal installierbare Programme an, die das Dateimanagement erleichtern sollen. Zudem gibt es eine Anwendung für Smartphones mit dem Betriebssystem Android, eine Version für Apple-Geräte soll bald folgen.

Google ermöglicht externen Entwicklern, den Online-Speicher über Schnittstellen für ihre eigenen Anwendungen zu nutzen. Als Beispiel nannte Pichai ein Fax-Progamm, das Dateien vom virtuellen Laufwerk direkt sendet.

Verknüpfung mit Chrome OS

Wie die meisten Wettbewerber bietet Google eine Basisversion mit fünf Gigabyte (GB) Speicher kostenlos an. 25 GB Platz kosten 2,50 Dollar im Monat, für 100 GB werden fünf Dollar fällig. Für 1000 GB verlangt Google 50 Dollar. Der Dienst ist zwar offiziell eröffnet, viele Nutzer bekamen am Dienstag zunächst aber nur den Hinweis, dass sie benachrichtigt werden, wenn ihre Online-Festplatte bereit ist.

Eine zentrale Rolle soll der Dienst beim Google-Betriebssystem Chrome OS spielen, das Dateien und Programme aus dem Internet lädt und dort speichert. Google Drive werde in der neuen Generation der Chromebooks – also Notebooks mit der Software – fest integriert, kündigte Pichai an: “Alles, was auf dem Chromebook ist, wird auch im Google Drive sein.” Bereits verkaufte Geräte mit dem System sollen ein Update mit den neuen Funktionen erhalten.

Google ist mit seinem Google Drive allerdings spät dran. Der Vorreiter Dropbox vermarktet seinen Dienst beispielsweise schon seit 2007. Erst am Montag hatte Microsoft angekündigt, sein SkyDrive um diverse Funktionen zu erweitern, etwa um eine nahtlose Integration für Windows-PCs und einen automatischen Abgleich von Dateien. Auch Apple bietet mit der iCloud Speicherplatz in der Wolke an. In Deutschland gibt es unter anderem bei Strato und der Deutschen Telekom virtuelle Laufwerke.


Rheinland-Pfalz

71-Jähriger erschießt einzigen Wolf im Westerwald

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(Süddeutsche.de/dpa/AFP/infu/gal)

 
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Diskussion um Internet-Pranger – Sportlerin outet Verfasser obszöner E-Mail …

23 Apr

Die deutsche Hochsprung-Rekordhalterin Ariane Friedrich hat auf Facebook Name und Wohnort eines Fans veröffentlicht, der ihr eine anzügliche Mail inklusive Foto geschickt haben soll. Im Netz ist nun eine Debatte entbrannt: Darf eine prominente Sportlerin das? Noch dazu eine, die selbst Polizistin ist?

Mit ungewöhnlichen Mittel geht die deutsche Leichtathletin Ariane Friedrich gegen einen Mann vor, der ihr eine anzügliche Mail geschickt haben soll. Angehängt war demnach auch ein Foto: “Ich möchte weder Ihr Geschlechtsteil, noch die Geschlechtsteile anderer Fans sehen,” schrieb die Hochsprung-Rekordhalterin vergangene Woche als Reaktion auf ihrer Facebook-Seite. Dazu veröffentliche sie neben einem kurzen Teil der obszönen Nachricht gleich noch den Vornamen, den Namen und den Wohnort des Mannes.

Hochspringerin Ariane Friedrich hat KnorpelquetschungBild vergrößern

Hochspringerin Ariane Friedrich geht öffentlich gegen einen Fan vor, der ihr eine obszöne Mail geschickt haben soll.
(© dpa)

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Fast 2000 Menschen haben unter dem Eintrag ein “Gefällt mir” hinterlassen, mehr als 300 Kommentare sind dazu eingegangen. Viele Fans sprechen der prominenten Sportlerin ihren Respekt für diesen Schritt aus, andere halten die Reaktion für überzogen – und für gefährlich. Inzwischen ist auch auf anderen Seiten im Netz eine Debatte entbrannt: Darf eine prominente Sportlerin das? Noch dazu eine, die selbst Polizistin ist?

Die Rechtslage ist eindeutig: Selbst wenn der Mann ein Stalker sein sollte, gilt für ihn das Persönlichkeitsrecht. Demnach gilt der Inhalt der E-Mail-Korrespondenz als privat und darf nur nach Zustimmung veröffentlicht werden. Gleiches gilt für die Adresse.

Nichts aus dem Fall Emden gelernt?

Entsprechend gibt es auch kritische Stimmen im Netz. “Polizistin nutzt Facebook als Pranger” titelt etwa der Anwalt Udo Vetter auf seinem renommierten “lawblog”. Darunter heißt es: “Persönlichkeitsrechte? Datenschutz? Viel kann die Polizeikommissarin und Spitzensportlerin Ariane Friedrich darüber in ihrer Ausbildung nicht gelernt haben.” Doch was solle man von einer Polizistin halten, die der Polizei offenbar nicht zutraut, ihren Job zu machen?

Wie das wohl umgekehrt aussähe, fragt ein anderer Blogger sichtlich verärgert. Wie wohl die Reaktion der “lieben Kommissarin” wäre, wenn man “prügelnde Polizisten” mit Namen und Wohnort an den Pranger stellen würde? Und ob die Frau nicht wisse, dass man den Absender einer E-Mail “kinderleicht fälschen” könne? “Es gibt laut amtlichem Telefonbuch mindestens 6 Personen gleichen Namens in der gleichen Gegend”, schreibt der User “konsumer” und stellt die Frage, was passiert, wenn der wütende Mob den falschen erwischt.

Auch auf Twitter fragt ein User, ob die Frau aus den Fall Emden nichts gelernt habe. Damals war aus einem 17-jährigen Mordverdächtigen im Netz in kürzester Zeit ein “Killer” und “Monster” geworden, das “kastriert” und “erschossen” gehöre. Den Drohungen im Internet folgte ein echter Mob vor der Polizeiinspektion in Emden, welchen die Ermittler später als “Aufruf zur Lynchjustiz” bezeichneten. Bald darauf stellte sie heraus, dass der 17-Jährige nicht der Täter war.


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Eine neue Suche soll endlich Klarheit über das Schicksal des seit 33 Jahren vermissten Etan Patz bringen. Jetzt lesen …

 
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YouTube muss Videos löschen: Hacker legen die Homepage der Gema lahm

21 Apr

Die Website der Verwertungsgesellschaft Gema war am Freitagabend nicht erreichbar. Bereits in der Vergangenheit war die Website wiederholt von Netzaktivisten attackiert worden. Am Samstagvormittag war die Seite aber wieder verfügbar.

Das Hamburger Landgericht hatte am Freitag entschieden, dass das Internet-Portal YouTube keine Videos zu Musiktiteln mehr bereitstellen darf, an denen die Gema Urheberrechte geltend gemacht hat. Dem Urteil wurde grundlegende Bedeutung für das Urheberrecht im Internet beigemessen.

Urheberrecht soll besser geschützt werden

Bei dem Streit geht es nur vordergründig um die von der Gema verlangte Sperrung von zwölf Titeln. Im Kern wollen die Rechteverwerter erreichen, dass die Videoplattform Urheber dafür bezahlt, wenn sie deren Filme und Musik weiterverbreitet. YouTube gehört zum internationalen Milliarden-Unternehmen Google.

YouTube argumentierte, dass man lediglich die Plattform für das Hochladen von Musikvideos im Internet zur Verfügung stelle und man für die Inhalte nicht verantwortlich gemacht werden könne. Das Gericht befand dagegen, dass YouTube eine sogenannte Störer-Haftung habe, also für das Verhalten seiner Nutzer mitverantwortlich gemacht werden könne.

Mehr Sorgfalt eingefordert

YouTube müsse künftig darauf achten, welche Videos eingestellt werden und sei im Fall von Beschwerden verantwortlich, befand das Landgericht weiter. Die Internetplattform müsse mit geeigneter Software dafür sorgen, dass die betroffenen Lieder nicht erneut hochgeladen würden.

 
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Internet: Ebay wächst rasant dank Bezahltochter PayPal

19 Apr

Insgesamt konnte Ebay seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar steigern (2,5 Mrd Euro). Der Gewinn legte um 20 Prozent auf unterm Strich 570 Millionen Dollar zu, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab. Mit den Zahlen übertraf der Amazon-Rivale die Erwartungen der Börsianer. Die Aktie stieg nachbörslich um 5 Prozent.

„Das erste Quartal war ein starker Start ins Jahr für uns“, erklärte Ebay-Chef John Donahoe und erhöhte die Jahresprognose. Der Umsatz soll von 11,7 Milliarden Dollar im Jahr 2011 auf bis zu 14,1 Milliarden Dollar klettern. Auch beim Gewinn traut sich der Konzern nun mehr zu als bislang.

Der Marktplatz-Umsatz wuchs im ersten Quartal um 11 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar, PayPal legte um 32 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar zu. Längst lässt sich über den Bezahldienst auch auf fremden Websites einkaufen und PayPal drängt mit Macht in den stationären Handel. Ebay hatte sich überdies mit dem Zukauf des Handelsdienstleisters GSI noch breiter aufgestellt, der fremde Firmen etwa beim Betrieb von Online-Shops unterstützt.

Wachstumstreiber PayPal verzeichnet inzwischen annähernd 110 Millionen Accounts – quasi die Konten der Nutzer. Seit diesem Jahr können Kunden auch in ersten Läden vor Ort mit PayPal bezahlen, etwa in den fast 2000 Baumärkten der US-Kette Home Depot.

Daneben floriert aber auch der Marktplatz. Auf dem deutschen Zweig Ebay.de tummeln sich 5,4 Millionen private Anbieter. „Pro Monat werden fast 20 Millionen Artikel von privaten Verkäufern zum Verkauf bei eBay.de eingestellt“, erklärte Ebay-Manager Martin Tschopp.

 
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Euer Internet ist nur geborgt

17 Apr

Ende Februar 2012 versucht ein Mitarbeiter von muenchen.de, dem offiziellen Portal der Stadt München, die eigene Facebook-Seite zu erreichen, die bis dahin unter facebook.com/muenchen zu finden war. Erfolglos. Die Seite war ohne Vorwarnung gesperrt worden. Die fast 400.000 Fans der Seite – mit einem Mal so unerreichbar wie das Internet im ICE zwischen Hamburg und Berlin.

Facebook hatte sich entschieden, Städte selbst zu vermarkten. Aber leider vergessen, das den Städten mitzuteilen.

Rückschwenk in den Januar 2012: Google stellt die twitterähnliche Plattform Jaiku ein, die damit dem Schicksal vieler anderer Google-Dienste folgt: Google Labs, Google Buzz, Google Health, Google Wave. Selbst die “Social Search”-Plattform Aardvark wurde geschlossen, obwohl sie einen famosen Rekord des 21. Jahrhunderts hielt: Google bezahlte für 90.000 aktive Nutzer 50 Millionen Dollar. Aardvark liegt damit in der ewigen Rangliste der teuersten Netzunternehmen mit 555 Dollar je Nutzer an dritter Stelle. Die beiden ersten Ränge belegt natürlich konkurrenzlos Jerry Yangs Beerdigungsinstitut für Start Ups: an Platz zwei Geocities für 830 Dollar je Nutzer. Und uneinholbar im ewigen New-Economy-Himmel Broadcast.com mit sagenhaften 10.961 Dollar je aktivem Nutzer, beide 1999 für Milliardenbeträge gekauft von Yahoo. Selbstredend sind auch diese beiden Dienste inzwischen geschlossen.

Sprung in den März 2012, in dem ein vielgenutztes Start-Up namens Posterous in seinem Blog glücklich verkündet, von Twitter gekauft worden zu sein. Die Gründer erklären, dass ihr Service weiterbestehen wird. Wenn aber wider Erwarten doch nicht – man kann ja nie wissen! – würde man zumindest “ausreichend lange vorher” Bescheid sagen. Aber trotzdem jetzt schon mal geeignete Instrumente für den Download der Inhalte bereitstellen. Also nur für den Fall. Den rein hypothetischen.

Monetenhafter Aufstieg

Obwohl diese drei Ereignisse der sozialen Medienlandschaft aus den ersten drei Monaten des Jahres 2012 scheinbar wenig miteinander zu tun haben, hängen sie damoklesschwer über den anderthalb Milliarden Social-Media-Nutzern der Welt. Denn ihr Internet ist nur geborgt. Wenn aus irgendeinem Grund, der selbst Franz Kafka als unverhältnismäßig kafkaesk erschienen wäre, der eigene Account gesperrt würde – man stünde einer undurchdringlichen Wand aus Allgemeinen Geschäftsbedingungen gegenüber, verputzt mit Kontaktformularen und einem englischsprachigen Help-Forum, wo nur noch Nutzer Nutzern nutzen.

Eigentlich ist es eine Banalität und sollte gar nicht mehr erwähnt werden müssen: Daten auf sozialen Netzwerken müssen unter allen Umständen so behandelt werden, als könnten sie jederzeit verloren gehen. Denn sie können jederzeit verloren gehen. Trotzdem scheint die Welt likebegeistert anders zu handeln: All ihr digitales Schaffen findet im geborgten Internet statt. Social Media ist ohne Zweifel der aktuelle Stand des Internets. Vom Umbau des größten Internetunternehmens, Google, in ein doppelplusgutes Social Network mit angeschlossener Suche bis zum Börsengang von Facebook: das Netz atmet social. Aber wer auf seine digitale Freiheit Wert legt, für den bleibt – solange freie Social Networks wie Diaspora noch irrelevant sind – nur das schönste, aber anstrengendste Instrument für die soziale Vernetzung und das Teilen von Inhalten übrig: die selbst kontrollierte Website, also das Blog.

Zeitgleich mit dem monetenhaften Aufstieg der sozialen Netzwerke begann im deutschsprachigen Raum der Niedergang der Blogs. Facebooks Nutzungszahlen sind gigantisch, ebenso YouTubes Abrufe oder Twitters Tweethagel. Und auch Google Plus ist stets bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zur Zufriedenheit der Nutzer zu erledigen.

Nur auf einem Blog kann man machen, was man möchte

Gleichzeitig sank aber die Zahl der Verlinkungen von Blogs untereinander so stark, dass Jens Schröder – über Jahre das inoffizielle, statistische Bundesblogamt – sein Projekt deutscheblogcharts.de mangels Masse und Sinnfälligkeit einstellte. Der Grund für den Sinkflug des Blogs: Soziale Befindlichkeiten werden heute auf Facebook geteilt, kurze Mitteilungen und Links auf Twitter und auf Facebook, Fotos auf einer der hundert Plattformen sowie auf Facebook, Videos auf YouTube und auf Facebook – für fast jede Art von Äußerung, die in einem Durchschnittsblog 2005 der Netzöffentlichkeit präsentiert wurde, gibt es heute ein eigenes Social Network. Und Facebook.

Dabei kann man auf einem Blog machen, was man möchte. Ärgerlicherweise bedeutet das auch, dass man machen muss, was man möchte. Und dauernd möchten zu müssen ist recht energieaufwendig. Ein soziales Netzwerk dagegen bietet nur ein sehr eingeschränktes Spektrum an Möglichkeiten: Auf Facebook kann man sich ganz simpel völlig frei entscheiden zwischen allem, was Mark Zuckerberg für angemessen hält. Die Veröffentlichung bestimmter Fotos, Links zu bestimmten Websites oder auch die Inhaberschaft bestimmter, problematischer Meinungen gehört nicht dazu.

Es scheint, als würde sich zwischen den sozialen Netzwerken und den Blogs das ewige gesellschaftspolitische Drama wiederholen: Freiheit ist eine so anstrengende und gelegentlich komplizierte Angelegenheit, dass viele Leute sie offenbar gern eintauschen gegen ein enges Korsett, wenn das bloß gut geheizt ist und sich nicht allzu kompliziert anfühlt. Heute gibt es in Deutschland über 23 Millionen aktive Facebook-Nutzer, aber (nach Expertenschätzung) nur wenige hunderttausend Blogs. Mit dem zunehmenden digitalen Bewusstsein in der Bevölkerung, quer durch alle digitalen Schichten von der Softwareingenieurin bis zum Bundestagsabgeordneten, ist die Zeit für eine Renaissance des selbstkontrollierten Blogs gekommen: Bürger zu Bloggern, das Blog ist die digitale Stimme des Einzelnen.

Es gibt viele Anzeichen, dass sich eine digitale Gesellschaft entwickelt, vom Erfolg der Piratenpartei bis zur Netzselbstverständlichkeit einer jungen Generation. Aber den Rahmen für diese digitale Gesellschaft setzen bisher nicht diejenigen, die er betrifft, sondern die Aktionäre einer handvoll kalifornischer Konzerne. Und das wiederum ist die Schuld derjenigen, die Internet sagen und Social Networks meinen, die nicht bemerken, dass sie auf Facebook, Twitter und Google Plus nur zu Gast sind. Der Weg vom Netzkonsumenten zum mündigen Digitalbürger führt nur über eine selbstkontrollierte Web-Seite, alles andere ist unterhaltsames, nützliches, schmückendes Beiwerk.

tl;dr

Social Networks sind gut und nützlich – wenn die digitale Existenz nicht allein von ihnen abhängt. Blogs sind die Seele von Social Media.

Anmerkung: Der Autor ist mit allen erwähnten Personen freundschaftlich verbunden außer mit Jerry Yang, Mark Zuckerberg, Franz Kafka und den Bundestagsabgeordneten. Außerdem bestreitet er einen Teil des Lebensunterhalts durch Bloggen, weshalb man ihm ein indirektes, wirtschaftliches Interesse an einer florierenden Bloglandschaft unterstellen kann.

 
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Expertin: Internet ist nicht Auslöser für junge Amokläufer

15 Apr

IrfanView
Schneller Viewer für diverse Bildformate, spielt über Plug-ins auch andere Multimedia-Formate ab und kann unter anderem Bilder mit diversen Effekten …

Wing Commander Saga: The Darkest Dawn
Stand-alone-Version des ursprünglich als Modifikation für Freespace 2 entwickelten 3D-Weltraum-Shooters …

H2testw
Integritätstest für Datenträger, vor allem zur Erkennung manipulierter USB-Sticks (siehe auch c’t 1/08, S. 24) …

VLC media player
Universeller Audio-/Video-Player für DivX, VCD, DVD, MPEG-1/2/4 und Ogg Vorbis; Streaming-Server vls ist ebenfalls verfügbar

Notepad++
Open-Source-Code-Editor für C, C++, Java, C#, XML, HTML, PHP, Javascript, ASP, VB/VBS, SQL, Objective-C, CSS, Pascal, Perl, Python, Lua, Haskell und …

Alle Top-Downloads

 
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Internet: Verfahren für neue Internet-Adressen verzögert sich

13 Apr

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Internet: Facebook-Freund postet Foto – Abmahnung wegen Bildrechten

11 Apr

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Internet: Hacker legen Internetseite des britischen Innenministeriums lahm

09 Apr

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dpa / Oliver Berg / Illustration, FBI; gemeinfrei, dpa (3), AFP (2), PocketBook, Fujifilm, Loewe (6), Gear4 (2), Olympus, Gigaset, Archos (3), Rollei, Grundig, Philips (4), Jobo, Swissvoice, doro, Optoma, Samsung (6), Sony (5), HTC (7), Toshiba (3), Epson, ViewSonic (2), Dell, Nikon, Becker, Beewi, Libratone, Creative (2), Panasonic, Acer (3), Metz (2), LG (3), Navigon, Hama (5), Medion (3), YouTube (2), Camangi, AOC, Matthias Matting, Hanvon, Jan Brau/HNF (10), Sinclair, Tandy Radio Shack, Apple, old-computers.com (2), old-computer.com, R2E, Raytheon Company/1999, 123RF, FOCUS Online, Kokichi Sugihara, Reuters, Screenshot Reuters-Video, FOCUS TV, dpa / LCC, dpa / Kettler, dpa / Angelika Warmuth, REUTERS

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