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Betrüger warten, dass Sie ein bestimmtes Wort am Telefon sagen

04 Jul

Eine fiese Betrugsmasche am Telefon macht derzeit die Runde.

Wenn das nächste Mal Ihr Telefon klingelt und eine unbekannte Nummer anruft, passen Sie auf: Immer wieder bedienen sich Betrüger eines gemeinen Tricks, der aus den USA nach Europa und somit auch Deutschland geschwappt ist und im Vorfeld kaum zu hinterschauen ist.

Mit Fragen wie „Können Sie mich hören?“ oder „Sind Sie der Hauseigentümer?“ versucht der Anrufer, aus Ihnen das Wort „Ja“ herauszubekommen, wie die Verbraucherzentrale NRW berichtete und nun auch wir feststellen mussten. Diese und andere Teile des Gespräches werden dann später so zusammengeschnitten, dass der Eindruck entsteht, der Angerufene habe am Telefon eine teure Bestellung aufgegeben.

Auch ich habe so einen Anruf bekommen. Die Nummer stammte aus Brüssel. Das Telefonat dauerte nur wenige Sekunden. Was ich genau gesagt habe, weiß ich gar nicht mehr. Beim googeln der Rufnummer wurde aber schnell klar, um was es ging. Denn andere Nutzer berichteten folgendes:

In meinem Fall habe ich seitdem nichts mehr gehört und hoffe, niemandem auf den Leim gegangen zu sein. So viel Glück hat aber nicht jeder.

Die böse Überraschung folgt oft ein paar Tage später im Briefkasten: Eine teure Rechnung. Wer sich weigert zu zahlen, bekommt schnell Druck von den Betrügern – die auf den falschen Telefonmitschnitt mit dem deutlichen „Ja“ zu einem angeblichen Kaufvertrag beharren und sogar mit einem negativen Schufa-Eintrag oder dem Inkassobüro drohen. Ein Leser des Online-Portals „Heise“ bekam sogar umgehend einen Rückruf, nachdem er partout nicht mit „Ja“ antworten wollte und auflegte. Dort drohte man ihm eine Strafe von 125 Euro an, weil er das Telefonat unterbrochen hatte.

Wie soll ich mich am Telefon verhalten?

Nehmen Sie das Telefon nicht mit JA an. Des weiteren Antworten Sie nicht mit einem JA auf Fragen. Wenn Sie merken, dass Sie den Anrufer nicht kennen. Legen Sie auf und sperren Sie die Nummer im Handy oder am Telefon.

Auch wenn es etwas seltsam klingt, ein am Telefon abgeschlossener Vertrag ist auch ohne nachträgliche schriftliche Bestätigung rechtswirksam. Zur Kündigung eines solchen Vertrages bedarf es allerdings wieder der Schriftform. Genau das monieren die Verbraucherschützer seit Jahren. Sie fordern, dass am Telefon abgeschlossene Verträge erst durch eine nachträgliche Unterschrift Gültigkeit bekommen. Verbraucher bekämen somit eine Bedenkzeit und könnten während des Anrufs nicht einfach überrumpelt werden. Leider konnte sich die Politik bislang nicht auf eine solche allgemeingültige Regelung einigen.

 
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