RSS
 

Axel Springer profitiert vom Internet-Geschäft

04 Aug

Vorsteuerergebnis steigt auf 288,7 Millionen Euro. MDax-Aktie legt zeitweise um rund 14 Prozent zu

Konzernchef Mathias Döpfner bestätigt Prognose für das Gesamtjahr: Ebitda-Wachstum im zweistelligen Bereich

Das Medienunternehmen Axel Springer (“Bild”, “Rolling Stone“, “Welt”) ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres erneut kräftig gewachsen. Der Konzernumsatz des MDax-Unternehmens stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,8 Prozent auf 1,53 Mrd. Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 10,5 Prozent auf 288,7 Mio. Euro, ein neues Allzeithoch für den Halbjahreszeitraum.

Den größten Umsatzanteil machten, trotz leichter Rückgänge, auch im ersten Halbjahr die deutschen Zeitungen mit 37 Prozent aus. Der Konzern konnte die erwartungsgemäß leicht sinkenden Erlöse bei den inländischen Printmedien durch kräftiges Wachstum bei digitalen und internationalen Medien überkompensieren. “Unsere digitalen und internationalen Aktivitäten sind nicht nur die Wachstumstreiber unseres Unternehmens, sondern leisten auch einen immer wichtigeren Beitrag zu unserem operativen Ergebnis”, sagte Konzernchef Mathias Döpfner. “Unsere Digitalisierungs-Entwicklungen werden generell unterschätzt”, so Döpfner. Springer sei “kein Print-Unternehmen mit angeschlossenem Online-Bereich” mehr.

Im ersten Halbjahr haben die digitalen und internationalen Medien 44 Prozent zum Umsatz und bereits rund 39 Prozent zum Konzern-Ebitda beigetragen – im Vorjahreszeitraum lag ihr Anteil bei 22 Prozent. Bei einem Wachstum von 30,3 Prozent erzielte das Segment Digitale Medien einen Umsatz von 435,1 Mio. Euro, die Werbeerlöse stiegen um 42,8 Prozent auf 357,1 Mio. Euro. Die Werbeerlöse der inländischen Zeitungen und Zeitschriften waren rückläufig. Insgesamt stiegen die Werbeerlöse um 18,6 Prozent auf 762,3 Mio. Euro, sie stellen die Hälfte der Gesamterlöse dar.


Konzernchef Döpfner zog eineinhalb Jahre nach dem Start der Initiative zur Etablierung kostenpflichtiger Inhalte im mobilen und stationären Internet eine positive Zwischenbilanz. Derzeit verkauft der Medienkonzern jeden Tag mehr als 125 000 digitale Ausgaben seiner Flaggschiffe “Welt” und “Bild”. 108 000 sind es bei “Bild” und knapp 17 000 bei der “Welt”. Insgesamt bietet Axel Springer 44 kostenpflichtige Applikationen (“Apps”) an. “Natürlich erscheinen diese Zahlen im Vergleich mit Auflagenzahlen unserer Printmedien klein. Aber wenn man dabei berücksichtigt, wie klein dieser Markt insgesamt erst ist und wie gering die Zahl der Tablet-PCs und anderer Geräte, dann ist der Trend absolut ermutigend”, sagte der Vorstandschef von Axel Springer.

Dass das Geschäft mit elektronischen Bezahlinhalten, vor allem mit Apps, Potenzial hat, zeigt eine aktuelle Studie des Medienkonzerns. Mehr als die Hälfte der Befragten hat dabei angegeben, mehr journalistische Inhalte zu nutzen, seitdem sie über einen Tablet PC verfügt. Dabei werden die Angebote intensiv gelesen. Bei der “Welt HD”, der App für das iPad, beträgt die Verweildauer 33 Minuten pro Ausgabe, bei “Bild HD” sind es 25 Minuten. Das sind Werte, die vergleichbar sind mit der Zeit, die sich Leser für die jeweiligen Printausgaben nehmen. Dabei lassen sich die Leser das Angebot auf dem Mini-PC durchaus etwas kosten. Nutzer mobiler Endgeräte investieren jährlich im Durchschnitt mehr als 100 Euro in Apps, einen Großteil davon in journalistische Angebote der Medienmarken von Axel Springer. Auch wenn die derzeitigen Dimensionen noch überschaubar seien, werde der Verlag seine digitalen Angebote ausbauen, kündigte Konzernchef Döpfner an.

Neben dem digitalen Geschäft legten auch die ausländischen Printmedien von Axel Springer zu. Die internationalen Geschäfte tragen inzwischen fast ein Drittel zum Konzernumsatz bei. Durch die Einbeziehung der seit 1. Juli 2010 mit Ringier gemeinsam betrieben Aktivitäten in Polen, Tschechien, der Slowakei und Serbien sei der Umsatz des Segments Print International auf 236,6 Mio. Euro gewachsen, das entspricht einem Plus von 53,4 Prozent, so Döpfner.

Der Konzernchef rechnet mit einem erstarkenden Werbemarkt im dritten Quartal. Für das Gesamtjahr stellte Döpfner nun ein Umsatzplus am “oberen Ende des einstelligen Prozentbereichs” und ein Ebitda-Wachstum im niedrigen zweistelligen Bereich in Aussicht.

Die Börsen reagierten positiv auf den Halbjahresbericht: Nachdem die Springer-Aktie am Vortag noch 3,6 Prozent eingebüßt und zwischenzeitlich bei einem Jahrestief notiert hatte, schoss sie am Mittwoch nach oben. Die Papiere wurden am Nachmittag mit 33,01 Euro und damit 14 Prozent teurer als zu Börsenschluss am Vortag gehandelt. Sie setzten sich damit klar an die Spitze des ansonsten schwachen MDax. Bei Analysten kam das Zahlenwerk des Berliner Medienkonzerns gut an. Es verdeutliche, dass sich Springers Aktivitäten im digitalen Bereich und die Preispolitik in Deutschland auszahlten, hieß es bei Silvia Quandt Research. DW

 
1 Comment

Posted in Internet

 

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

  1. Umsatz für Heimkino-Systeme wächst um 13 Prozent

    11. August 2011 at 08:32

    [...] darauf dass Apple die AppDeveloper mit seinen neuen Regeln zum Bezahlsystem doch sehr frustriert Anonyme Domains und Webspace » Blog Archive » Axel Springer Den größten Umsatzanteil machten trotz leichter Rückgänge auch im ersten [...]