Daten von mehr als 100 Millionen Nutzern sind beim großen Sony-Daten-GAU in die Hände von Kriminellen geraten – keine drei Monate ist das her. Im Mai wurde bekannt, dass Hacker beim Online-Shop Neckermann Daten von 1,2 Millionen Gewinnspiel-Teilnehmern geklaut haben.

Foto: picture-alliance / dpa
Bezahlen im Internet soll nach einem Gesetzentwurf nicht mehr anonym möglich sein. Es bestehe die Gefahr der Geldwäsche
BUCH-TIPP Anzeige
Versandkostenfrei: Einführung und Nachschlagewerk
Verbraucherschutz
Da ist es kein Wunder, dass immer mehr Online-Nutzer Angst um die Sicherheit ihrer persönlichen Informationen haben. 85 Prozent von ihnen fühlen sich laut einer aktuellen Studie des Bundeskriminalamts bedroht, wenn sie im Internet unterwegs sind.
Und dennoch: Gerade jetzt legt die Bundesregierung einen Gesetzentwurf „zur Optimierung der Geldwäscheprävention“ vor, der vorsieht, dass Einzahler von elektronischem Geld, sogenanntem e-Geld, verpflichtet werden, sich zu identifizieren. Und zwar ganz egal, ob es sich um einen Betrag von zehn Cent oder 10.000 Euro handelt.
Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) warnt vor dieser Regelung. Sie bringe nicht mehr Sicherheit, konterkariere aber anonyme Online-Bezahlsysteme. Und auch der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Peter Schaar, hat den Gesetzentwurf bereits zur kritischen Prüfung auf dem Tisch. „Nicht zuletzt Hacker-Angriffe wie jüngst auf Sony zeigen, dass klassische Kreditkarten Risiken beim Datenschutz bergen“, heißt es beim BfDI.
Eine Kombination aus Mini-Computer und Handy. Dank schnellerer Chips werden
Smartphones immer mehr zu internetfähigen Computern, mit denen man auch
telefonieren kann. Dank sinkender Preise könnten Smartphones schnell
gewöhnliche Handys verdrängen.
Wird generell als Begriff für schnelle Internet-Verbindungen benutzt. Im
Moment ist das schnellste, was mobil geht, der Standard UMTS (3G) mit der
Erweiterungsstufe HSPA, der theoretisch auf 7 bis 28 MBit pro Sekunde kommt.
Der Nachfolgestandard für heutige UMTS-Datennetze. LTE (Long Term Evolution)
erlaubt deutlich höhere Übertragungsraten. Das schnellste Testnetz soll auf
eine Geschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde kommen – 1000 Mal
schneller als eine herkömmliche DSL-Leitung.
Ein Smartphone-Betriebssystem, das der Internet-Konzern Google mit diversen
Partnern aus der Mobilfunk-Branche entwickelt hat. Es ist quelloffen, alle
Hersteller dürfen es nutzen. Die Vielzahl der Anbieter und Modelle hat dazu
beigetragen, dass Android Ende 2010 die Führung im Smartphone-Markt
übernahm. Die Android-Versionen haben „essbare“ Namen wie aktuell
„Gingerbread“ (Lebkuchen) oder „Honeycomb“ (Honigwabe).
Programme (Applikationen) für Mobiltelefone. Vorreiter war der US-Konzern
Apple, der im Sommer 2008 einen App Store für sein iPhone startete.
Inzwischen gilt das Angebot an Apps als entscheidend für den Erfolg einer
Smartphone-Plattform.
Berührungsempfindlicher Bildschirm. Wird seit Jahren in Handys eingesetzt,
schaffte den Durchbruch aber erst mit Apples iPhone. Frühere Touchscreens
erkannten nur einen Druckpunkt, bei der Multitouch genannten Version kann
man ein Gerät auch mit mehreren Fingern steuern.
Eine neue Art von Bildschirmen mit organischen Materialien. Die Abkürzung
steht für „Active Matrix Organic Light Emitting Diode“. Ein Vorteil ist,
dass die AMOLED-Pixel sich extrem schnell umschalten lassen, was eine
fließende Video-Wiedergabe ermöglicht. Zudem liefern sie kontrastreichere
Bilder mit besserer Farbwiedergabe.
Satelliten-Navigationssystem. Kommt in immer mehr Handys zum Einsatz. Die
Geräte können so den Aufenthaltsort des Nutzers erkennen und ihn mit
spezieller Software an sein Ziel lotsen. Oder er bekommt ortsbezogene
Werbeangebote aufs Telefon. Dadurch werden sogenannte „Check-Ins“ möglich,
mit denen man bei Online-Netzwerken seinen Standort bekanntgibt.
Wenn ein Handy nicht im Heimatland des Besitzers betrieben wird, werden
sogenannte Roaming-Gebühren fällig. In Europa versucht die EU-Kommission
seit Jahren, sie durch Regulierung zu drücken. Vor allem bei
Datenübertragung können immer noch beträchtliche Summen anfallen.
Die Technik (Near Field Communication) erlaubt die kontaktlose Verbindung
zwischen einem Lesegerät und einer Karte oder einem Mobiltelefon. Erste
NFC-Chips tauchten schon vor Jahren in Handys auf. Erst jetzt soll aber der
Durchbruch mit mobilen Bezahldiensten kommen. Die Vision: Man braucht nur
sein Handy an die Kasse zu halten, schon sind Supermarkt-Einkauf oder
Tankfüllung bezahlt.
Quelle: dpa
Thilo Weichert, Leiter des ULD, sieht eine Gefahr für die Rechte von Online-Nutzern: „Würde der Gesetzentwurf umgesetzt, wäre das eine Katastrophe für den Datenschutz im Internet und für dortige Bezahlsysteme: Es wäre praktisch nicht mehr möglich, im Internet – aber auch anderswo elektronisch – anonym einzukaufen.“ Die Identifizierungspflicht führte dazu, anonymes Einkaufen und Bezahlen auszuschließen. Mit dem erklärten Ziel des Gesetzes, Geldwäsche zu unterbinden, habe das nichts zu tun: „Es ist das Bestreben einiger Sicherheitsfanatiker, alle von uns zunehmend elektronisch hinterlassenen Spuren zu personifizieren“, sagt Weichert.
Die Kritik sowohl des ULD als auch des BfDI zielt vor allem darauf, dass dem Gesetz wie es jetzt vorgesehen ist, jeglicher Schwellenwert fehlt, der Bagatellbeträge von der Identifizierungspflicht ausnehmen würde.
Googles “Nexus S” greift Apples iPhone an
„Prepaidkarten, wie etwa die Paysafecard, sind aus unserer Sicht eine gute Möglichkeit, im Internet anonym zu bezahlen“, heißt es beim BfDI. Der e-Payment-Markt wird immer wichtiger. Datenschützer sehen anonymisierte oder pseudonymisierte Zahlen als einzige Möglichkeit, kriminelle Datensammler am Erstellen von Persönlichkeitsprofilen zu hindern.
„Wie wichtig das sein kann, hat der 100-Millionen-Daten-Klau bei Sony gezeigt, bei dem die anonym zahlenden Spieler im Gegensatz zu Kreditkartenzahlern nicht das Risiko haben, dass ihre Finanzdaten missbraucht werden“, sagt Weichert. So würden Prepaidkarten im Kern in Frage gestellt.
Der Vormarsch der Smartphones krempelt den Handy-Markt um…
Branchenführer Nokia fiel laut Marktforschungsunternehmen Gartner im ersten Quartal 2011 auf den niedrigsten Marktanteil seit 1997 zurück.
Dagegen belegt Apple mit seinem iPhone inzwischen den vierten Platz im gesamten Handy-Markt.
Die Stärke des Google-Betriebssystems Android sichert zudem den südkoreanischen Herstellern Samsung und LG vordere Plätze.
Nokia fiel auf einen Marktanteil von 25,1 Prozent zurück.
Vor einem Jahr lagen die Finnen noch mit 30,6 Prozent weiter vorn.
Grund für den Rückgang ist vor allem die Schwäche bei den Smartphones.
Nokia war mit seinem Betriebssystem Symbian vor allem von der Android-Plattform abgehängt worden, hinter der gleich mehrere Hersteller stehen.
Die Nummer zwei beim Handy-Absatz ist Samsung, der Marktanteil sank im Jahresvergleich von 18 auf 16,1 Prozent.
Apple steigerte den Marktanteil innerhalb eines Jahres von 2,3 auf 3,9 Prozent.
Insgesamt wurden weltweit 427,8 Millionen Mobiltelefone verkauft, ein Plus von 19 Prozent.
Knapp jedes vierte abgesetzte Handy ist inzwischen ein Smartphone (23,6 Prozent).
Ihr Absatz stieg im Jahresvergleich um 85 Prozent.
Quelle: dpa
Ein rigoroses Verbot der Anonymisierung findet man zudem in keinem anderen Gesetz, das Regelungen zur Eindämmung von Geldwäsche enthält. Sowohl das gemeinhin Geldwäschegesetz genannte „Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten“ (GWG) noch das „Gesetz über da Kreditwesen“ (KWG) sehen Sonderregelungen bei Kleinbeträgen vor.
Das Telemediengesetz verlangt zudem, dass „die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym“ zu ermöglichen ist, soweit technisch möglich und zumutbar.
Verbraucherschützer raten davon ab, Kreditkartendaten im Netz anzugeben. Eine Bezahlvariante für das Netz ist die Lastschrift, bei der jedoch Kontonummer und Bankleitzahl angegeben werden müssen. Selbst das beliebte Zahlen per Rechung hilft nicht, das Erstellen von Persönlichkeitsprofilen zu verhindern.

Anonyme Domains und Webspace » Blog Archive » Anonymes Bezahlen im …
3. Juli 2011 at 04:41
[...] hier den Originalbeitrag weiterlesen: Anonyme Domains und Webspace » Blog Archive » Anonymes Bezahlen im … [...]