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23 Feb
Tja auch der Serverstandort USA ist nicht die sicherste Variante. Wikileaks.org ist offline. Die Website, auf der Whistleblower anonym geheime Dokumente veröffentlichten, ist lahmgelegt. Grund ist eine Klage der Schweizer Bank Julius Baer in den USA.
Wikileaks.org hat sich das Ausposaunen von Geheimnissen auf die Fahnen geschrieben. «Wir schützen Ihre Identität und maximieren die politische Wirkung», wirbt das Portal für Plaudertaschen seit 2006. Die Betreiber konnten schon diverse Erfolge verbuchen: Mehrmals wurden brisante Dokumente hochgeladen, die laut Angaben von Wikileaks Geldwäscherei im Umfang von 4,5 Milliarden Dollar offenlegten.
Doch wer die Site heute ansurft, der findet lediglich eine verwaiste Domain vor. Ein kalifornisches Gericht erliess eine Verfügung gegen den Provider Dynadot, welcher die Whistleblower-Site bis vor kurzem gehostet hat. Nicht nur sei ein Umzug auf einen alternativen Server zu verhindern. Obendrein muss der Provider alle Account-Daten herausrücken.
Voraus ging der Abschaltung ein Rechtsstreit mit der US-Dependance der Schweizer Bank Julius Baer. Auf Wikileaks waren im Januar mehrere hundert Dokumente publiziert worden, die Geldwäsche und Steuerhinterziehung beim Bankhaus anprangerten. Wikileaks gab offenkundig zu, selbst Zweifel an der Echtheit der Dokumente zu haben. Dennoch seien die Daten ans amerikanische Finanzamt weitergeleitet worden. In bester Wiki-Manier versuchte die Gruppe die Informationen zu überprüfen und zu ergänzen.
Julius Baer schaltete daraufhin eine Kanzlei ein, welche die Löschung der Website beantragte. Weil sich die Wikileaker dagegen wehrten, wurde die Seite schliesslich deaktiviert.
Wikileaks.org beklagte, die Verfügung sei äusserst kurzfristig eingegangen. Man hätte bei der Anhörung nicht einmal anwaltlichen Beistand gehabt. Sie vergassen dabei aber zu erwähnen, dass dies hauptsächlich einem Streit um den Anwalt zu verschulden ist. Die erzwungene Schliessung sei ein Angriff auf die Meinungsfreiheit. Das schreiben die Betreiber auf der Website Wikileaks.cx. Die Kopie ist nämlich nach wie vor in Betrieb. Und zum Ärger von Julius Baer ausserhalb der amerikanischen Gerichtsbarkeit.
2 Kommentare for "Schweizer Bank lässt US-Website stilllegen"
Bei diesem Blog habe ich oft mitgelesen. Mal sehen ob der wieder online geht.
[…] auch wieder nicht. In den Tunern findet man zwei Chips, einen von Philips (HF Teil, VCO, Mischer) und einen von ST für die digitale Weiterverarbeitung des Signals. Die haben sich einfach die […]
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